Beim Bau oder der Verwendung eines Lithium-Akkus ist ein entscheidender, aber oft übersehener Parameter die Differenz des Innenwiderstands (IR) zwischen den Zellen. Selbst wenn alle Zellen die gleiche Spannung aufweisen, kann eine Abweichung im Innenwiderstand die Lebensdauer des Akkus unbemerkt verkürzen – manchmal um mehr als 501 TTP3T.
Warum der Unterschied im Innenwiderstand wichtig ist
Der Innenwiderstand gibt an, wie leicht eine Zelle Strom leiten kann. Ein niedrigerer Innenwiderstand bedeutet eine bessere Leistung. In einem in Reihe oder parallel geschalteten Akkumulator fließt der Strom durch alle Zellen. Zellen mit höherem Innenwiderstand weisen jedoch unter Last größere Spannungsabfälle auf. Daraus folgt:
- Hoch-IR-Zellen überhitzen beim Laden/Entladen. Die Hitze beschleunigt den chemischen Abbau, verdickt die Festelektrolyt-Grenzschicht (SEI-Schicht) und erhöht den IR-Wert dauerhaft weiter – ein sich selbst verstärkender Ausfallkreislauf.
- Eine ungleichmäßige Energieverteilung zwingt Zellen mit niedrigem Innenwiderstand zu höherer Leistung. Sie können außerhalb sicherer Stromgrenzen arbeiten, was zu Lithiumplattierung, Kapazitätsverlust oder sogar internen Kurzschlüssen führen kann.
- Spannungsungleichgewicht löst eine Schutzabschaltung aus – das Batteriemanagementsystem (BMS) stoppt den Ladevorgang, sobald die Zelle mit dem höchsten Innenwiderstand (IR) die volle Spannung erreicht hat, wodurch die anderen Zellen unterladen bleiben. Beim Entladen erreicht dieselbe Zelle mit dem höchsten Innenwiderstand die Unterspannungsabschaltung früher, wodurch nutzbare Kapazität verloren geht.
Quantifizierte Auswirkungen auf die Zykluslebensdauer
Praxistests zeigen:
- IR-Differenz < 5% → 80% Kapazität nach 800 Zyklen
- IR-Differenz 10-15% → 80% Kapazität nach nur 400 Zyklen
- IR-Differenz > 20% → schnelles Versagen innerhalb von 150 Zyklen oder Risiko eines thermischen Durchgehens
Bei Anwendungen mit hohem Stromverbrauch (Elektrowerkzeuge, E-Bikes, Elektrofahrzeuge) ist der Effekt noch gravierender, da hohe Ströme die durch die Innenspannung bedingten Spannungsabfälle verstärken.
Wie man die IR-Differenz minimiert
- Zellen vor der Montage prüfen – Verwenden Sie ein 4-Leiter-Milliohmmeter. Zellen auf ±5% IR abstimmen (z. B. 20±1 mΩ).
- Vermeiden Sie das Mischen von Zellen unterschiedlichen Alters oder unterschiedlicher Herkunft – Ältere Zellen entwickeln naturgemäß eine höhere Insulinresistenz.
- Verwenden Sie geeignete Stromschienen und Verbindungen – Schlechte Schweißnähte oder lose Klemmen führen zu künstlichen Widerstandsunterschieden.
- Entscheiden Sie sich für aufeinander abgestimmte Werkssets – Premium-Anbieter wie Molicel oder Samsung bieten vorab abgestimmte Qualitätsstufen an.
- Beobachtung im Laufe der Zeit – Selbst gute Akkus verschleißen ungleichmäßig. Regelmäßige IR-Prüfungen helfen, den Austauschbedarf vorherzusagen.
Fazit
Der Unterschied im Innenwiderstand ist kein unwichtiges Detail – er ist ein Indikator für das Ausfallrisiko des Akkupacks. Gleichangepasste Zellen mit geringer IR-Streuung sorgen für mehr Ladezyklen, einen sichereren Betrieb und eine gleichbleibende Leistung. Zehn Minuten IR-Messung vor dem Zusammenbau können die Lebensdauer Ihres Akkus verdoppeln. Setzen Sie nicht auf unpassende Zellen.